Blackout und Aufklärung

Digitalisierung ist … was-auch-immer mal Elektrizität. Ist die Elektrizität weg, ist auch die Digitalisierung weg. Und nicht nur diese … Das Online-Medium addendum widmet eine seiner Recherchen diesem Thema. Angesichts der dort deutlich werdenden, gruseligen Perspektiven will man ganz schnell das Thema wechseln, wegschauen, denken, dass sich da schon wer darum kümmern wird … 

Ich wäre mir gerne sicher, dass dem so ist, und hoffe mal das Beste. Sicherheitshalber ein Hinweis auf diese Sache in diesen Zeilen.

Digitalisierung hat … mich auch in den letzten Monaten beschäftigt. Im Sommer gemeinsam mit Karen Hollweger und Heinz Stummvoll die Arbeit an einem Praxishandbuch zur digitalen Grundbildung. Und in den letzten Wochen im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort die deutsche Übersetzung und kritische Revision des DigComp 2.1-Frameworks der Europäischen Kommission. Zwei mir wichtige Aspekte haben in diesen Monaten noch mehr sowohl an Bedeutung als auch an Profilierung gefunden:

1. Kritik der digitalen Vernunft

dhd2018_logoMeines Wissens wurde das erstmals so Ende Februar dieses Jahres im Rahmen einer Konferenz in Köln formuliert. Eine der Keynote-Sprecher/innen, Sybille Krämer von der Freien Uni Berlin forscht derzeit gerade in Wien und wurde vom ORF zum Thema interviewt. Der potentiellen Finsternis eines geistigen Blackouts ist diese Form der Vorsorge entgegenzuhalten. Im Bewusstsein der Dialektik, die der Aufklärung innewohnt.

2. It’s the learning, stupid

Was wirklich wichtig ist angesichts der schier unüberblickbaren Veränderungen und Entwicklungen, die mit der Digitalisierung einher gehen? Lernen. AMS-Chef Johannes Kopf hat in einem Vortrag über die Zukunft des Arbeitsmarkts zuletzt das D.-Wort nur einmal verwendet. Und zwar mit dem Hinweis darauf, dass Berufe immer schon gekommen und gegangen sind, wir nicht wissen, was wir in 20 Jahren brauchen werden, und es daher darauf ankommt, Kindern „kreative Neugier, Lernbegierigkeit, Lernfähigkeit, (…) vernetztes Denken usw.“ beizubringen.

Die Einführung des neuen Schulfachs digitale Grundbildung stellt jede Schule vor die Frage, wie sie es anstellen wird, im Laufe der Schulstufen fünf bis acht jedem (!) Kind in jeder (!) Klasse zu gründlicher digitaler Bildung zu verhelfen. Die Frage, was für Kinder in Zukunft von Bedeutung sein wird, wird dabei immer wieder mit ähnlichen Worten beschrieben, wie sie der AMS-Chef gefunden hat: Mit neuen, herausfordernden Situationen neugierig, interessiert, mutig, kreativ, lernbegierig, gemeinsam umgehen und, aus Fehlern lernend, eine gute Lösung für die Herausforderung finden. Vielleicht müssen die Schulen dafür dankbar sein, mit der aktuellen Herausforderung der schulautonomen Lehrplanumsetzung der digitalen Grundbildung sich in genau so einer Situation zu befinden und damit den Schüler/innen ein Beispiel geben zu können, wie man das anstellt?! Neugierig, interessiert, mutig, kreativ, lernbegierig, gemeinsam und, aus Fehlern lernend, eine gute Lösung für die Herausforderung finden.

PS: Medienbildung und digitale Grundbildung

Christian Swertz hat diese Woche, am 18. Oktober, eine grandiose Einleitung zur Fachtagung Medienbildung 2018 gegeben – hier der komplette Text zum Nachlesen.

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