Österreich hat ein Bildungssystem, das in vielerlei Hinsicht nur durchschnittlich abschneidet, allerdings überdurchschnittlich viel kostet. Diese Kosten, genauso, wie die vom System verursachten Unzulänglichkeiten, werden von allen ge- bzw. ertragen. In einer Demokratie, deren Recht – und damit auch Schulrecht – vom Volk ausgeht, muss man sich fragen, ob tatsächlich die (schweigende?) Mehrheit mit diesem Status zufrieden ist.
Schulsysteme haben tiefe Wurzeln und bei näherer Betrachtung stellt man fest, das bestimmte Veränderungen – oder Beharrlichkeiten – immer länger zurück liegende, historische Gründe haben. Meist erschließt sich erst im genauen Blick auf diese Gründe und Ursachen, warum bestimmte Entwicklungswege in einem bestimmten Kontext gangbar und erfolggekrönt waren, und warum diese nicht einfach kopiert werden können. Dieser Artikel schlägt im Anschluss an diese Überlegungen einen konkret für Österreich gangbaren und auch demokratiepolitisch konstruktiven, nächsten Schritt vor.
„Jedes Volk hat das Schulsystem, das es verdient.“
anonym, ohne Jahr
Am 15. Juni dieses Jahres hat ein österreichweiter Aktionstag Bildung stattgefunden. Dieser Termin liegt zwischen Redaktionsschluss (7. Juni) und Erscheinungstermin (28. Juni) dieses Artikels. Über die Wirkungen und Wahrnehmungen, die dieser Tag ausgelöst haben wird, kann ich also zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes naturgemäß nichts wissen. (Haben Sie diesen Tag überhaupt wahrgenommen? Waren Sie dabei? Dafür oder dagegen?) Ich weiß allerdings jetzt schon, dass ein meiner Beobachtung nach grundtypisches Phänomen im österreichischen Schulwesen auch in den Vorbereitungsgruppen dieses Aktionstags wahrnehmbar geworden ist.
Schule ist ein im Durchschnitt nur „befriedigendes“ Glücksspiel
Ein Zufall hat mich in eine der dafür eingerichteten Social-Media-Gruppen geführt. Und hier hat sich ein lebhafter Erfahrungs- oder besser: Frustrationsaustausch um Arbeits-, Vertrags- und Anstellungsbedingungen von Pädagog*innen entfaltet. Beim Mitlesen wundert einen im Laufe der Zeit höchstens noch, dass sich überhaupt jemand trotz aller Widrigkeiten diesen Job antut. Überhaupt nicht wundert einen, dass viele angehende Lehrer*innen ihrer Lebensplanung noch rasch eine Wendung vorbei am „Burnout-Inkubator“ Schule geben.
Andererseits: Wie schlimm ist es tatsächlich? Wenn die Arbeitsbedingungen überall so jenseitig wären: Würden wir dann nicht schon längst einen Generalstreik der Lehrkräfte erleben?
Das Grundtypische? Frag‘ zehn Lehrpersonen irgendwo in Österreich, ob sie mit den Arbeitsbedingungen zufrieden sind. Und fünf werden im oben angerissenen Sinn die Klagemauer mit ihren Beschwerden füllen, während fünf andere ganz zufrieden sind, wie es läuft und sich eingespielt hat. Das Experiment mache ich regelmäßig und wann immer es sich ergibt. Ich frage auch Erwachsene bzw. Jugendliche, ob sie mit der Schule (ihrer Kinder) zufrieden sind. Und das Ergebnis ist regelmäßig das gleiche: Schule ist Glücksspiel – mal fällt die Kugel in schwarze, mal in rote Felder. Letztlich hat man hierzulande eine 50/50-Chance, eine gute Schule, eine gute Lehrperson zu „erwischen“ – oder eben nicht.
Ein evident durchschnittliches System …
Es gibt Studien, die diese anekdotische Evidenz untermauern. Im Österreichischen Bildungsklima-Index 2021 der MEGA Bildungsstiftung – dem aktuell wohl umfangreichsten und differenziertesten Stimmungsbild unseres Schulsystems aus Sicht von Eltern, Schüler*innen und Lehrpersonen – ergibt sich eine Gesamtbeurteilung mit der Schulnote „Befriedigend“. Pädagog*innen bewerten das System übrigens deutlich schlechter als Eltern und Schüler*innen.

Bei internationalen Vergleichsstudien (PISA etc.) kommt Österreich regelmäßig im Mittelfeld zu liegen. Das ist allgemein so bekannt, dass ich an dieser Stelle auf detaillierte Quellenangaben verzichte.[i] Weniger bekannt ist, die Tatsache, dass Österreich auch in den Bildungsausgaben nur mittelmäßig abschneidet – wenn man diese nämlich in Prozent des Bruttoinlandprodukts darstellt.

… mit überdurchschnittlichen Kosten
In absoluten Zahlen sieht das Bild allerdings anders aus. Hier gibt Österreich überdurchschnittlich viel Geld pro Schüler*in bzw. Student*in und Jahr aus. (Siehe Abbildung 3)
Diese Zahlenreihe relativiert auch das Verhältnis Bildungsausgaben:BIP. Das Extrembeispiel bietet hier Luxemburg. Bei Bildungsausgaben in Prozent des BIP ausgedrückt (Abb. 2) ist das Erzherzogtum Schlusslicht; in absoluten Zahlen (Abb. 3) führt es die Statistik der Bildungsausgaben „überlegen“ an. Reichere Staaten können es sich also leisten, mit verhältnismäßig weniger Prozent des insgesamt verfügbaren Budgets ihre Bildungsausgaben zu bestreiten. Allerdings ist auch die absolute Höhe der Bildungsausgaben keine Garantie für Qualität und Zufriedenheit mit den Ergebnissen. Neuseeland und Finnland – um nur zwei Beispiele zu nennen, auf die ich in der Folge kurz eingehen möchte – geben relativ zum BIP gesehen mehr, absolut aber weniger als Österreich aus. Und stehen bei so gut wie allen PISA-Ergebnissen signifikant besser da als Österreich.

Genau hier wird es spannend: Wir Österreicher*innen – ja genau: WIR STEUERZAHLER*INNEN sind gemeint! – geben also Jahr für Jahr überdurchschnittlich viel Geld für unser Bildungssystem aus, und erhalten dafür Jahr für Jahr nur durchschnittliche Ergebnisse. Insofern wir aber seit über 100 Jahren (mit Unterbrechungen) in einer Demokratie leben und der letzte Kaiser auch schon fast genauso lange tot ist (genauer: seit dem 1.4. 1922), können wir uns eigentlich nicht mehr auf „die Obrigkeit“ oder andere Verursacher und Verantwortliche ausreden, sondern müssen uns fragen, ob wir nicht genau dieses System verdienen, es vielleicht sogar wollen? Andernfalls könnten wir ja die verfassungsmäßig garantierte Möglichkeit wahrnehmen, es auch zu verändern. Denn wenn – lt. Artikel 1 der Bundesverfassung – das Recht vom Volk ausgeht, muss auch das Schulrecht vom Volk ausgehen.
Schulsysteme haben tiefe Wurzeln
Bildungssysteme sind staatstragende Institutionen mit Tiefgang. Der Vergleich mit Finnland und Neuseeland, der in den folgenden Absätzen skizzenhaft angestellt wird, macht deutlich, warum Bildungssysteme und deren Veränderung höchst unterschiedliche Angelegenheiten sind.
Ein Blick nach Finnland …
Das finnische Bildungssystem (vgl. Cook 2019 sowie Niemi et. al 2012) ist mittlerweile eine weltweit etablierte Marke für pädagogische Qualität schlechthin. Auch wenn die Finnen vom Gewinnen der „PISA Weltmeisterschaften“ im Jahr 2000 selbst überrascht waren, ist diese Qualität nicht von heute auf morgen und schon gar nicht zufällig entstanden, sondern hat sich über Jahrhunderte entwickelt. Als die Finnen sich Anfang des 19. Jahrhunderts mehr und mehr als Nation mit eigener Sprache zu verstehen begonnen haben, haben sie sich – einmal mehr in ihrer Geschichte – als Minderheit zwischen den nordischen Großmächten Schweden und Russland behaupten, ja erfinden müssen. Lehrer*innen spielten durch die Vermittlung von Sprache und Bildung dabei eine Schlüsselrolle. Das kostenlose Mittagessen an der Schule wurde schon im 19. Jahrhundert eingeführt – nur so konnte man in dem riesigen, dünn besiedelten Land allen den Schulbesuch ermöglichen – und ist seit 1943 für alle (Schüler*innen wie Lehrpersonen) gesetzlich verankert. Das Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sah – wiederum gut verständlich aus der Situation eines kleinen Volkes, das buchstäblich jeden brauchte – einen Allparteienkonsens und den Beginn eines jahrzehntelangen, evidenzorientierten und inklusiven Um- und Weiterbaus des Bildungswesens. Dieses hat bereits vor mehr als zwanzig Jahren gelernt, das hohe Gut der allgemeinen Bildung auch in der Gestalt von zeitgemäßen Lehrplänen alle zehn Jahre demokratisch neu mit der Allgemeinheit – also der gesamten Bevölkerung – auszuhandeln. Der nationale Lehrplan ist dabei nur ein „halber“ Lehrplan, dessen zweite Hälfte in großer Autonomie an den jeweiligen Schulstandorten von Lehrkräften, Eltern, Schüler*innen und anderen Teilhabern der Gesellschaft kollaborativ entwickelt wird.
… und ein kurzer nach Neuseeland …
Neuseeland (vgl. Hasel 2019) hat in den 90er Jahren sein Schulwesen quasi über Nacht (tatsächlich: in wenigen Monaten!) umgebaut. Man hatte festgestellt, dass die Bürokratie zu teuer war und konsequent Verantwortung und Ressourcen an die Schulen umverteilt: Bürokratie raus. Autonomie rein. Ganz einfach. Dazu muss man wissen, dass Neuseeländer*innen sich in ihrem Mindset als Pionier*innen verstehen. „Leicht“ ist „langweilig“. Her mit den Problemen und Schwierigkeiten!, lautet die Devise. Und wenn etwas – wie zB der rasante Generalumbau des Bildungswesens – besonders schwierig ist, dann ist diese Aufgabe wie geschaffen für Neuseeländer*innen.
… schärfen den Blick für die österreichischen Verhältnisse
Währenddessen in Österreich … Die einschneidenden Systemsprünge (von denen es aus meiner Sicht in den letzten Jahrhunderten nur zwei gab) im österreichischen Bildungswesen brauchten immer erst einen Weltkrieg als Anlass. Ohne Siebenjährigen Krieg keine Maria-Theresianische Bildungsreform mit Schulpflicht, einheitlichen Lehrplänen, Schulgeldentfall etc. Ohne Ersten Weltkrieg kein republikanisches Bildungswesen mit (anfangs) engagierten Reformvorhaben und (teilweise gelungener) breiter Förderung einer höheren Allgemeinbildung. Diese pädagogische Reform (vgl. Stadler 2022) verdankt die Republik im Übrigen den Lehrervereinen. Denn diese Organisationen der Pädagogischen Profession haben letztlich das k.u.k Schulsystem der monarchistischen Obrigkeit entwunden und Alternativen erprobt und etabliert.
Aber immer noch perpetuieren wir ein System der „Bildungskasten“. Dieses hat zwar in den letzten Jahrzehnten – um einen hohen finanziellen Preis! – im Berufsbildenden Schulsystem einen „Bypass“ bzw. eine „Beschleunigungsspur“ für viele bekommen, die am Ende der Volksschule nicht gleich „erste Wahl“ waren; unsere Schule „produziert“ im internationalen Vergleich aber dennoch zu viele Absolvent*innen mit unzulänglichen Kompetenzen oder sogar Lernbehinderungen: Fast ein Viertel der österreichischen Jugendlichen gehört zur Lese-Risikogruppe;[i] mehr als die Hälfte der 15-/16-Jährigen liest nur, wenn es sein muss; und im Bildungssystem sind die Bildungschancen zum Nachteil vieler ungerecht verteilt.
Und es bewegt sich WIE?
Aber wie wäre die Transformation zu schaffen – oder auch nur anzugehen? Die österreichische Bildungsgeschichte ist voll mit halbwegs gescheiterten Anläufen – zuletzt das Bildungsvolksbegehren 2011, dessen Bilanz von den Initiator*innen selbst als negativ eingeschätzt wird. Kein Fortschritt – das Land sei „sitzen geblieben“.[i]
Liegt der eigentliche Grund dafür vielleicht in einem (demokratischen) Grundkonsens, dass – nehmt alles nur in allem – das Bildungssystem so, wie es ist, für eine Mehrheit in Österreich hinlänglich gut („befriedigend“) ist, und die Ambitionen einfach nicht weiter reichen? Und dass Kritik immer nur von einer Minderheit geäußert wird, der aber diese (schweigende und hinlänglich zufriedene) Mehrheit gegenübersteht?
Oder ist der Grund möglicherweise darin zu finden, dass die beharrenden Kräfte (es ist ein offenes Geheimnis, dass Institutionen, denen Österreich die Entwicklung vor 100 Jahren verdankte, mittlerweile eher einen Teil des Problems als einen Teil der Lösung darstellen) so mächtig sind, dass sich keine politische Partei einen großen Reformschritt anzugehen geschweige denn an die Wahlurne zu bringen getraut hat?
Die laufend wachsende Zahl an Initiativen, die das Bildungssystem mit frischen (und sehr, sehr oft von jungen Menschen getragenen!) Ansätzen durchdringen, die auch zunehmend miteinander kooperieren, legt den Gedanken nahe, dass die Zeit für einen großen Reformschritt reif sein könnte. Was vor 250 Jahren, was vor 100 Jahren eine adäquate, vielleicht sogar bestmögliche Antwort auf die Bildungsfragen der damaligen Zeit war, endlich systemweit durch zeitgemäße, besser entsprechende Rahmenbedingungen und im Durchschnitt bessere Praxis ersetzen? Und was vor 250 Jahren Entscheidung der kaiserlichen Staatsspitze war, was vor 100 Jahren als Emanzipationsprozess der Pädagogischen Profession von der Obrigkeit verstanden werden kann, jetzt als demokratisches Votum der gesamten Bevölkerung denken und organisieren? Wir alle zahlen dieses System. Und wenn wir es gerne anders hätten, dann dürfen wir es uns auch anders zu gestalten getrauen. Denn (ich wiederhole mich) wenn – lt. Artikel 1 der Bundesverfassung – das Recht vom Volk ausgeht, muss auch das Schulrecht vom Volk ausgehen.
Wenn wir’s also tatsächlich wissen wollten …
Sind es die immergleichen, die schon seit Jahrzehnten unzufrieden sind? Und der Mehrheit passt es im Prinzip so, wie es ist? Um das herauszufinden, sind Bildungsvolksbegehren oder Aktionstage möglicherweise das falsche Mittel. Aber es gäbe mittlerweile ein anderes, das zunehmend – und auch in Österreich zuletzt mit dem Klimarat der Bürgerinnen und Bürger[i] – erprobt wird und ist: Bürger*innenräte.
Bürger*innenräte[ii] sind Organe der „konsultativen“ Demokratie. Per Zufallsprinzip werden Personen aus einer Grundgesamtheit (einem Ort, einer Region, einem Staat) ausgewählt, die diese einigermaßen repräsentativ abbilden. (Im Falle des Klimarats waren das knapp 90 Menschen aller Alters-, Bildungs- und Berufsgruppen aus allen Landesteilen Österreichs). Diese Personen diskutieren dann – beispielsweise im Laufe mehrerer Wochenenden – wissenschaftlich informiert und professionell moderiert anstehende, komplexe Themen und erarbeiten Lösungsvorschläge für diese. Die nationale wie auch internationale Erfahrung all dieser Konsultationsprozesse ist überwiegend positiv bis sehr positiv; abseits von Schlagzeilen und Social-Media-Totschlag-Argumenten zeigt dieses Format ein ums andere Mal, dass Menschen, wenn Sie genug Zeit und adäquate Moderation dafür haben, zu ausdauernder, konstruktiver, problemlösender, konsensualer Deliberation fähig sind.
… könnten wir es mit einem Bildungsrat der 16-40jährigen versuchen
Wenn uns also interessierte, welches Bildungssystem Österreich mittlerweile wollte, dann könnte ein Bildungsrat der Bürgerinnen und Bürger aktuelle und tiefe Einblicke bieten und Ergebnisse liefern. Einblicke und Ergebnisse, die in weiterer Folge politische Parteien über mögliche – wahlrelevante! – Optionen informierten, die dann wiederum an der Wahlurne zur Entscheidung vorgelegt werden könnten.
Insofern man in Österreich auf Bundesebene ab dem 16ten Lebensjahr wahlberechtigt ist, wäre es naheliegend, diesen Bildungsrat mit Menschen ab sechzehn zu besetzen. Am „oberen“ Ende könnten 40jährige stehen, die – statistisch gesehen – gerade erleben, wie ihre Kinder aus dem Kindergarten ins Schulsystem wechseln. 100 zufällig ausgewählte Jugendliche bzw. (junge) Erwachsene also, aus allen geographischen und demographischen Bereichen Österreichs, die ihre Sicht aufs Bildungssystem entwickeln und darstellen: professionell moderiert und wissenschaftlich informiert. Die ihre Ansprüche an ihr „next-generation“-Bildungssystem entwickeln: An ein Bildungssystem, das ja in hohem Ausmaß die Zukunftschancen, das Weltbild und die Lebenszeit der Kinder und Jugendlichen definiert und bestimmt; an ein Bildungssystem, dessen wahlberechtigte Stakeholder auch genau diese Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen sind.
Das (Schul-)Recht geht vom Volk aus – und der Bildungsrat der 16-40jährigen von der Zivilgesellschaft. Statt darauf zu warten, dass eine nächste Regierung (möglicherweise) die Systemfrage auf die politische Agenda setzt und diese vielleicht auch unter breiter Einbindung der Bürger*innen diskutiert, könnten Interessierte eine Plattform bilden und einen Bildungsrat der 16-40jährigen organisieren und finanzieren bzw. auch ideell unterstützen. Diese Plattform böte überdies für eine nachhaltige Systementwicklung in der Zeit nach dem Bildungsrat die Gelegenheit, dessen Ergebnisse sowie die vielen bildungsinnovativen Ansätze, die jetzt schon existieren, durch zivilgesellschaftlich getragene, bildungsstrukturelle Impulse und bewusstseinsbildende Aktivitäten (vielleicht in der Art des Deutschen Schulportals?) zu ergänzen und weiterzutreiben.
Es wäre jedenfalls schön zu wissen, ob wir das, was wir alle zahlen, auch tatsächlich (noch) wollen. Und uns – im Fall der Fälle – das, was wir in Zukunft eigentlich wollen, auch zu erlauben und demokratisch zu ermöglichen.
PS: treffpunkt.BILDUNG – ein Schritt in die richtige Richtung?
Am 26. April 2023 hat der treffpunkt.BILDUNG #1[iii] stattgefunden – ein Gesprächsformat, das mich aufhorchen ließ, organisiert vom jungen Team der Future Wings Challenge & Friends, namentlich YEP – Stimme der Jugend. Ich nehme hier eine junge Generation wahr, die für ihre Bildungszukunft ihre Stimme zu erheben beginnt. Ich würde mir wünschen, dass dieses Gesprächsformat Schule zu machen beginnt. Und vielleicht dereinst ein wichtiger Beitrag zu einem österreichischen Bildungssystem gewesen sein wird, das von seinen Beteiligten und den Steuerzahler*innen überwiegend als „gut“ und „sehr gut“ eingeschätzt wird?!
Dieser Artikel wurde am 28.6.2023 erstmals hier veröffentlicht.
Literaturverzeichnis
Cook, J. W. (Hrsg.). (2019). Sustainability, Human Well-Being, and the Future of Education. Springer International Publishing. Cham: Springer International Publishing. https://www.researchgate.net/publication/330046584_Sustainability_Human_Well-Being_and_the_Future_of_Education (Zugriff 6.6.2023).
Hasel, V. F. (2019). Der tanzende Direktor: Lernen in der besten Schule der Welt. Zürich/Berlin: Kein & Aber.
Heidenreich, F. (2022). Demokratie als Zumutung: Für eine andere Bürgerlichkeit. Stuttgart: Klett-Cotta.
MEGA Bildungsstiftung. (2021). Studien-und Projekt-Präsentation „Der Österreichische Bildungsklima-Index“. Wien: online https://www.megabildung.at/wp-content/uploads/2021/06/210621_MEGA_PK_BKI_Praesentation_PK_FIN2.pdf (Zugriff 3.6.2023)
Niemi, H. Toom, A. & Kallioniemi, A. (2012). Miracle of education: The principles and practices of teaching and learning in Finnish Schools. Rotterdam: SensePublishers.
OECD. (2022). Education at a Glance 2022: OECD Indicators. Paris: OECD Publishing. https://www.oecd.org/education/education-at-a-glance/ (Zugriff 6.6.2023)
Stadler, F. (2022). Comprehensive Education and Teachers ́ Unions. Why comprehensive education has never been established in Austria: An analysis of Austrian vested interests. London: UCL (Masterarbeit).
[i] https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/klimaschutz/nat_klimapolitik/klimarat.html (Zugriff 5.6.2023).
[ii] Eine ausführliche Linkliste zum Thema der Bürger*innenräte gibt es hier: https://www.buergerrat.de/wissen/links/ (Zugriff 5.6.2023). Heidenreich (2022) geht ausführlich auf diese demokratische Entwicklung und ihre Geschichte.
[iii] https://sinnbildungsstiftung.at/wp-content/uploads/2023/04/Praesentation_treffpunkt_Bildung_20230426.pdf (Zugriff 6.6.2023).
[i] https://www.tt.com/artikel/17969062/zehn-jahre-nach-volksbegehren-alarmierender-weckschrei-fuer-schulen (Zugriff 5.6.2023).
[i] https://www.iqs.gv.at/pisa-2018 (Zugriff 5.6.2023)
[i] Die Website des IQS Institut des Bundes für Qualitätssicherung im österreichischen Schulwesen liefert hier die Details: https://www.iqs.gv.at/downloads/internationale-studien/pisa (Zugriff 6.5.2023).
